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Zwanzig Minuten hier ersparen Dir viel Rätselraten später. Alles auf dieser Seite ist antippbar — hinter jeder Zelle steckt ein echtes Schriftzeichen, gesprochen von derselben Stimme wie im ganzen Programm.

1 · Was Pinyin ist

Chinesisch schreibt man mit Schriftzeichen — die verraten aber nicht, wie man sie ausspricht. Pinyin ist die Umschrift dafür: die Aussprache des Hochchinesischen, geschrieben mit lateinischen Buchstaben.

Pinyin ist eine Lesehilfe für Dich, keine chinesische Schrift. In China steht es auf keinem Schild. Es ist das Geländer, an dem Du Dich festhältst, bis die Zeichen sitzen.

2 · Ein Zeichen, eine Silbe

Jedes Schriftzeichen ist genau eine Silbe. Immer. Ein Wort aus zwei Zeichen hat zwei Silben, eines aus drei Zeichen drei.

Das ist eine gute Nachricht: Du musst nie raten, wo ein Wort getrennt wird. Zeichen zählen genügt.

3 · Woraus eine Silbe besteht

Jede Silbe hat höchstens drei Teile: einen Anlaut vorn, einen Auslaut hinten und einen Ton darüber.

Anlautb
+
Auslauta
+
Tonˉ
=
八 achtbā

Der Anlaut kann fehlen (爱 ài — nur Auslaut und Ton), der Ton kann wegfallen (dazu gleich mehr). Der Auslaut ist immer da.

4 · Die vier Töne

Hier trennt sich Chinesisch von allem, was Du kennst. Der Ton ist keine Betonung — er gehört zum Wort wie ein Buchstabe. Dieselbe Silbe mit anderer Melodie ist ein anderes Wort.

Die Farben sind dieselben, die Du auf jeder Lernkarte siehst. Wenn dort ein Zeichen grün leuchtet, weißt Du ab jetzt: das sackt ab und kommt wieder hoch.

Das Tonzeichen sitzt über dem Auslaut

Bei mehreren Vokalen gilt: a gewinnt, sonst e, sonst das o in „ou", sonst der letzte Vokal. Deshalb hǎo und nicht haǒ, xiè und nicht xìe.

5 · Der fünfte Ton, der keiner ist

Manche Silben tragen gar keinen Ton — kurz, leicht, unbetont. Man nennt ihn den neutralen Ton und schreibt kein Zeichen darüber. In unserem Programm ist er grau.

Bei 谢谢 tragen beide Zeichen dasselbe Zeichen, aber nur das erste den Ton: xiè xie. Das zweite hängt sich einfach an.

6 · Wenn zwei tiefe Töne aufeinandertreffen

Zweimal hintereinander absacken und hochkommen ist ein Zungenbrecher. Also machen Chinesen aus dem ersten einen steigenden Ton. Geschrieben bleibt nǐ hǎo, gesprochen wird ní hǎo.

Du musst das nicht üben — es passiert von allein, sobald Du schnell sprichst. Genau wie wir „Handschuh" schreiben und „Hanschuh" sagen. Auf den Lernkarten steht deshalb manchmal „gesprochen ní hǎo": das ist diese Regel, nichts weiter.

7 · Die Anlaute

21 Anlaute plus y und w, die als Übergang dienen. Einen Anlaut allein kann man nicht sprechen — deshalb hängt man beim Lernen einen Vokal an: bo, po, mo, fo. Genau das hörst Du hier.

Die Trägerzeichen stammen fast alle aus Deinem eigenen Wortschatz.

8 · Die Auslaute

Sechs einfache und die zusammengesetzten dazu. Wo ein Auslaut allein vorkommen kann, steht er allein; wo nicht, hörst Du ihn in einem Wort.

Drei Schreibweisen, die verwirren

Manche Auslaute werden nach einem Anlaut kürzer geschrieben, als sie klingen — das ist reine Rechtschreibung, kein anderer Laut:
iou → -iu (六 liù) · uei → -ui (水 shuǐ) · uen → -un (问 wèn)

9 · Fallen für deutsche Ohren

Die Buchstaben sind lateinisch, die Laute nicht. Diese sechs klingen anders, als Du erwartest — hör sie Dir einmal bewusst an.

Das ü, das sich versteckt

Nach j, q, x und y schreibt man das ü ohne Punkte — als schlichtes u. Der Laut bleibt aber ü. In 去 (qù, „gehen") steht ein u und klingt ein ü. Nur nach n und l braucht es die Punkte wirklich: 绿 (lǜ) ist grün, 路 (lù) ist der Weg.

Das war das System. Alles Weitere lernst Du an Wörtern, nicht an Regeln — und wenn eine Tonfarbe Dich stutzen lässt, komm einfach hierher zurück.

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